Autor Thema: Objektbeleuchtung mit Lokscheinwerfer  (Gelesen 705 mal)

Offline HansM

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Re: Objektbeleuchtung mit Lokscheinwerfer
« Antwort #30 am: Januar 07, 2019, 09:04:09 Vormittag »
Hallo Gerd

Die nachstehende Frage ist überflüssig


Meine Frage an Hans ist auch noch nicht beantwortet: Ist in diesem ICE-Schuppen noch mal eine Unterteilung in zwei oder mehr elektrisch trennbare Oberleitungsabschnitte vorhanden? Ansonsten wäre das El 6 sinnlos. Noch mal zum Überdenken: Wer mir mit Bildern etwas beweisen will, sollte auch das notwendige Hintergrundwissen mitbringen, um aufkommende Fragen meinerseits beantworten zu können. Deswegen erfolgte mein Hinweis auf Julian Rz im anderen Forum für eventuelle Erkundigungen.


Denn wenn Du dieses genau gelesen hättest,

Hallo Gerd,

vielleicht hilft Dir das: https://www.uv-bund-bahn.de/fileadmin//Dokumente/Publikationen/BahnPraxis_B/BahnPraxisB-2016_07_08.pdf

Gruß
Uwe

wüsstest Du, wo dieses El6 aufgestellt ist, und was danach kommt und hättest diese Frage nicht gestellt. Eine Wiederholung erspare ich mir denn lesen kannst Du es selber.

Was denn nun?

Es wird wohl niemand für Loksim eine für einen 400 m langen ICE befahrbare Halle nachbauen

Schließlich wollen die heutigen Loksimmer die modernsten Loks benutzen wenn sie in den Schuppen brettern.

Und zum Schluss:

Dass bei der DB Elokeinfahrten in überspannte Schuppengleise möglich waren und sind und das auch heute in den ICE-Werken normale Praxis ist, habt ihr mir gezeigt.

Es freut mich, das ich dazu beigetragen habe, Deinen Wissenshorizont zu erweitern.

Das Thema ist nun für mich beendet

Gruß
HansM

Offline taler

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Re: Objektbeleuchtung mit Lokscheinwerfer
« Antwort #31 am: Januar 07, 2019, 19:43:36 Nachmittag »
Hallo Gerd,

vorweg möchte ich feststellen, das wir uns einig sind, das man durchaus unter Draht aus eigener Kraft in einen Schuppenstand oder in eine Werkhalle fahren kann. Weiterhin ist es wohl selbstverständlich das die Fahrleitung im Schuppen bzw. Werkstatt ordnungsgemäß abgeschaltet und geerdet wird, bevor man die Tore schließt bzw. sich dem Dach des Fahrzeuges nähert. Und das ganz auch natürlich schön signalisiert, zum Beispiel mit dem El6 von Furrer & Frey.

http://www.bahnbilder.de/bild/deutschland~intercity-express-ice-fotos~br-401-triebkoepfe-oder-wagen/223783/vt-18-und-ein-ice-1.html

Interessant ist an diesem Bild auch, dass das Gleis aus dem Schuppen abrupt an einem normalen Auslegermast endet, der Fahrdraht davor aber ein Stück doppelt ausgeführt ist. Welchen Zweck sieht unser Oberleitungsexperte in dieser Konstruktion?
Da ich mich angesprochen fühle, versuche ich mal eine Erklärung:
Es ist denkbar, das durch die Krümmung im Gleis dort ein Bogenabzug notwendig ist, man dafür aber keinen Platz oder was auch immer hat und auf diese Weise die maximale Fahrdrahtauslenkung von 40cm eingehalten hat. Auch das ist mal wieder etwas aus dem Bereich: Es gibt nichts, was es nicht gibt.

Einige Ungereimtheiten sind mir bei den Bildern noch aufgefallen. So haben die Bilder einer "Spinne" über der Drehscheibe keinen Beweiswert dafür, dass die Fahrdrähte von dort auch in den Schuppen führen. Siehe dieses Bild von Siegen, die Drähte gehen nach rechts oben zu einem Mast.

http://www.bahnbilder.de/bild/Deutschland~Bahntechnische+Anlagen+und+Kunstbauten~Lokschuppen/476934/siegener-ringlokschuppen-am-21092010-in-siegen.html
Nun ist Siegen m.W. auch eher ein Dampflok-BW. Und hier kann man beides sehen:
http://www.bahnbilder.de/bild/deutschland~e-loks--97-80-vmax-bis-100-kmh~br-8-169-e-69/1121196/blick-ueber-die-drehscheibe-am-1651999.html
Wobei nach meinen Unterlagen die Fahrleitungen in den Schuppenständen definitiv abschaltbar waren (incl. Erdung).

Und auch in Kornwestheim gibt es Schuppenstände ohne Fahrdraht:
http://www.deutsches-krokodil.de/Galerie-810.htm

Bezüglich des Aufwandes einer abschaltbaren Schuppenfahrleitung vielleicht nur soviel: Im Bereich der DB sind mir ASF nicht bekannt. Und selbst bei einer Kö/Köf muß ich zusätzliches Personal vorhalten oder bei Drehscheiben war die Brücke für Lok und Köf zu kurz.
Richtig ist aber auch, das bereits die K.P.E.V. es für angebrachter hielt, Schuppengleise nicht zu überspannen und stattdessen Schleppzeuge oder Spillanlagen einzusetzen.

Gruss
Uwe

Offline AndreW

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Re: Objektbeleuchtung mit Lokscheinwerfer
« Antwort #32 am: Januar 07, 2019, 22:28:12 Nachmittag »
Hallo Uwe.
Für eine Kö oder Köf brauchte man eigentlich kein zusätzliches Personal, da diese Loks durch Kleinlokbediener gefahren werden durften die keine Lokführer waren. So zb Fahrdienstleiter, Rangierleiter, Lokschlosser usw.

Bei der Reichsbahn war es zb so das Reichsbahner aus dem Werkstättendienst die nicht Absolventen der Hochschulen waren die Lokführerausbildung für die V23 machen durften (V15 galt als Kleinlok wie die Köf und durfte auch von Kleinlokbedienern gefahren werden.)

Absolventen der Hochschulen hingegen hatten dann auch im Werkstättenbereich natürlich den großen Lokführer und durften auch große Streckenloks wie die 132 usw fahren. Ich kenne da einen der so ziemlich alles fahren durfte (Auch Dampf) und sogar noch wenige Wochen vor der Gründung der DBAG noch zum Reichsbahn-Rat ernannt wurde. (geflochtene blau-goldene Schulterstücke mit 1 Stern) Von dem Dienstrang konnten Gelernte Eisenbahner wie Gerd oder mein Vater nur träumen, da war Reichsbahn-Amtmann schon ein Dienstgrad der kaum zu erreichen war. (Mein Vater hätte wenn die Reichsbahn länger bestanden hätte es vielleicht noch bis zur Rente geschafft da er 1993 ja Oberinspektor war.)

Dazu kommt das es ja die Betriebsfahrberechtigung gab.
Mein Vater durfte als Lokführer die Köf, V15 und V23 auf der Strecke fahren, Die V60,V100,V180, E42, 119 und 243 aber nur im Bahnbetriebswerk. Das er selbst die V180 von Chemnitz bis Adorf oder Leipzig gefahren hat war dem geschuldet das natürlich einige Lokführer ihn kannten und auch mal fahren lassen haben.

Eine DB110 nebst Köf 2 dürfte auf einer 23m Drehscheibe drehbar sein, wobei natürlich die Puffer überstehen werden.
Das war bei der v180 in einigen Bw´s mit 16m Drehscheibe aber auch nicht anders. (Gerd War nicht Pankow oder Karlshorst son enges Ding wo die 118 alleine gerade so auf die Scheibe passte?)


@Gerd warst du 93 eigentlich Reichsbahn-Hauptsekretär also Blau mit goldenen Rand und 4 Sterne?
Konnte man es als Lokführer mit genügend Dienstjahren auch in die Ranggruppe III schaffen ?

Gruß André
« Letzte Änderung: Januar 07, 2019, 22:35:20 Nachmittag von AndreW »
"Gunngeln fuffzn Minutn gebsch eich noch abr den müssn wa weidafahn" Säschs Schmalspur-Romantik

Offline Nemo

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Re: Objektbeleuchtung mit Lokscheinwerfer
« Antwort #33 am: Januar 08, 2019, 00:01:22 Vormittag »
Hallo Uwe,

so hat die lange Diskutiererei doch noch einen Sinn gehabt. Es gab eben doch recht große Unterschiede zwischen beiden deutschen Bahnverwaltungen nach 1948. Und danke für die nachvollziehbare Erklärung zum Doppelfahrdraht.


Wobei nach meinen Unterlagen die Fahrleitungen in den Schuppenständen definitiv abschaltbar waren (incl. Erdung).
Ja, die Zeiten des Hantierens mit Erdungsstangen im Schuppen (ist nicht so einfach, mit der Zwinge am Ende dieser langen wackligen Stange den Fahrdraht zu erhaschen) dürfte vorbei sein. Das kann mit einem kombinierten Schalter (Spannung ein- und ausschalten und Erdung) besser erledigt werden.

Zitat
Und auch in Kornwestheim gibt es Schuppenstände ohne Fahrdraht
Wobei mir bei der Ansicht von außen am El 6 auf Gleis 4 die zusätzliche Tafel aufgefallen ist. Leider ist der Text darauf nicht lesbar.

Zitat
Bezüglich des Aufwandes einer abschaltbaren Schuppenfahrleitung vielleicht nur soviel: Im Bereich der DB sind mir ASF nicht bekannt.
Mir auch nicht, nach der Schließung der DR-Bw standen sie aber zur Verfügung. Museumsvereine haben da zugeschlagen,...

http://www.deutsches-krokodil.de/Galerie-805.htm

...auch die modernen Werke nutzen sie weiterhin.

http://eisenbahndienstfahrzeuge.de/sammelsurium/asf/ASF18xxx/18871-xx404001-0--PICT1156.jpg

http://eisenbahndienstfahrzeuge.de/sammelsurium/asf/ASF18xxx/18864-rlASF-135.jpg

Beim folgenden Geschreibsel ist mir André zuvorgekommen, ich lass es aber trotzdem drin.

Zitat
Und selbst bei einer Kö/Köf muß ich zusätzliches Personal vorhalten oder bei Drehscheiben war die Brücke für Lok und Köf zu kurz
Trotz des Arbeitskräftemangels in der DDR wurde man als Lokführer bei der DR noch richtig verwöhnt. Im Pankower Rundschuppen, wo die BR 101 und 102 sowie die 106 beheimatet waren, bedienten die Schlosser das ASF. Für den Rest des Bw gab es (die wahrscheinlich letzte) Kleinlok der DR mit originalem Strömungsgetriebe Köf 4978 (100778-0)*. Diese wurde vom "Universalgenie" bedient, Tankwart, Drehscheibenwärter und Kleinlokbediener in einer Person. Auch die im Bw verbleibenden Loks mußten von ihm beim Verlassen der Drehscheibe bis zum Abstellplatz, egal ob draußen oder im Schuppen, begleitet werden. Er lief dann mit seiner Winkscheibe voraus. Auf die 26 m lange Einheitsdrehscheibe passten sogar die 132 + Kö rauf, man richtete sich nach den äußeren Achsen beim Halten auf der Drehscheibe, so dass beim Drehen die Puffer eben über die Drehscheibe hinausragten.
.
Zitat
Richtig ist aber auch, das bereits die K.P.E.V. es für angebrachter hielt, Schuppengleise nicht zu überspannen und stattdessen Schleppzeuge oder Spillanlagen einzusetzen.
Verständlich weil nach der von Dir zitierten DV 462 die Loks für Arbeiten an der Dachausrüstung extra auf ein nicht überspanntes Gleis umgesetzt werden mussten, was zusätzliche Gleiskapazität beanspruchte. Die DB hat dann eben mit Erdungsstangen im Schuppen arbeiten lassen und die DR ganz auf die Überspannung der Schuppengleise verzichtet.

*Die Pankower hatten es durchgesetzt, dass sie die notwendigen Untersuchungen im Heimat-Bw durchführen durften und die Lok nicht zum RAW Halle schicken mußten. Dort wäre das Stömungsgetriebe der seit den 60er Jahren erfolgten Umrüstung vom Strömungs- auf das mechanische Einheits-Rädergetriebe zum Opfer gefallen. So hat diese Lok bis mindestens 1990 ihr Strömungsgetriebe behalten.

@André, das war eigentlich noch einfacher.

Bei der Reichsbahn war es zb so das Reichsbahner aus dem Werkstättendienst die nicht Absolventen der Hochschulen waren die Lokführerausbildung für die V23 machen durften (V15 galt als Kleinlok wie die Köf und durfte auch von Kleinlokbedienern gefahren werden.)
Ich kam ja von einer Werkbahn zur DR und hatte Erfahrung mit der V10B. Die Kö-Berechtigung hat mir der Kleinlokinstrukteur in Karlshorst nach kurzer Abfragerei und einer kleinen Probefahrt mit einer Kö (eine Köf kann ja jede Oma fahren war seine Begründung) erteilt. Sie galt nur innerhalb des T-Bw Karlshorst. Für die V15 gab es einen zweiwöchigen Lehrgang im Schulungszentrum der DR in Altglienicke mit theoretischer Prüfung und mit praktischer Prüfung im Bw Seddin. Weil die V15 für unsere Leistungen im Streckenrangierdienst doch mitunter schon etwas schwach war und in Seddin eine V23.0 ungenutzt rumstand, veranlaßte der, für die ganze RBD Berlin zuständige, Instrukteur deren Umsetzung nach Pankow und gab uns eine kurze Einweisung über die bauartbedingten Veränderungen. Auch die V23.0 und 1 zählten noch zu den Kleinlokomotiven und man hatte die Bezahlung nach Qualifizierungsstufe 2 (QS 2, QS 1 waren Lokheizer und Beimänner ohne Fahrberechtigung). 1970 hieß es, dass in Pankow die ersten weiterentwickelten V23.1 eingetroffen waren. Ich fuhr da mal hin und meldete mich beim Werkmeister der Kleinlokunterhaltung ("Kann ich mir die mal ansehen?") "Ja", sagte er, ging mit mir zur 102 133 und erklärte mir die technischen Unterschiede. Am Schluss fragte er "Wann ist denn dein nächster Dienst?". "Morgen, Nachtschicht". "Na dann fang mal früher an und hol dir die Lok hier ab, die 102 064 kann der Frühdienst dann nach Feierabend herbringen". So einfach konnte es bei der DR zugehen, die Eintragung der Lizenz in die "Graue Laus" beim Kaderleiter war dann nur noch Routinesache.

Zitat
Eine DB110 nebst Köf 2 dürfte auf einer 23m Drehscheibe drehbar sein, wobei natürlich die Puffer überstehen werden.
Das war bei der V180 in einigen Bw´s mit 16m Drehscheibe aber auch nicht anders. (Gerd War nicht Pankow oder Karlshorst son enges Ding wo die 118 alleine gerade so auf die Scheibe passte?)
Ja, in Rummelsburg und Pankow die Rundschuppen (bei der DB gab es das in Paderborn). Diese Schuppen waren für die 74er und 93er Dampfloks in Berlin genutzt worden, in RGB war da die aus Karlshorst ausgelagerte V-Lokgruppe (mit den zwei Regierungsloks 118 048 und 052 in einem extra von der Trapo bewachten Käfig) drin. Im Pankower Rundschuppen war die Kleinlokgruppe nach ihrem Umzug aus Karlshorst beheimatet, später dann auch die Pankower 106.

Zitat
@Gerd warst du 93 eigentlich Reichsbahn-Hauptsekretär also Blau mit goldenen Rand und 4 Sterne?
Konnte man es als Lokführer mit genügend Dienstjahren auch in die Ranggruppe III schaffen ?
Ja, dann wurde mir noch der DB-Titel "Oberlokomotivführer" verliehen. Zum 30igsten Dienstjubläum wäre ich bei der DR zum Reichsbahninspektor ernannt worden, aber das gab es da schon nicht mehr. Die Uniformteile durften wir weiter aufbrauchen, aber ohne Dienstrangabzeichen.
Das Kuriose an der ganzen Geschichte ist, dass meine Frau bei der DR eine Bürokarriere in der Lokwirtschaft und Lohnrechnung gemacht und mich dabei um drei Rangstufen überholt hat, sie war 1993 RB-Amtmann (Gold mit drei Sternen, allerdings ohne Uniformberechtigung).

Gruss
Gerd
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Offline Sticky

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Re: Objektbeleuchtung mit Lokscheinwerfer
« Antwort #34 am: Januar 11, 2019, 16:25:55 Nachmittag »
Hallo an Alle.

Ich sollte vielleicht auch mal erwähnen, dass meine Strecke, wofür der Schuppen gebaut wurde, Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre (DB) darstellt; also entsprechend Ep. IV. In BWs wurden durchaus kleinere Reparaturen unternommen, u.a. auch der Tausch von Schleifkohlen an den Fahrmotoren.

Die Drahtabspannung und die Hilfsprellböcke sind mittlerweile entfernt. Hauptschalter müsste ich och entwerfen (ohne Erdung entsprechend der Zeit), da ich bisher noch keine gefunden habe. Der Fahrdraht ist jetzt einzeln und an den Rückwänden nur verankert.

https://www.mediafire.com/view/8yuu36ri1rxi7xh/Schuppen1.JPG/file

@Gerd: Was die DR mit welcher Begründung bei Euren E-Lokschuppen gemacht hatte, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass zu jener Zeit bei der DB so etwas durchaus vorhanden war. Und das Tolle ist, dass bei meinen Objekten durchaus auch Veränderungen für den persönlichen Gebrauch gemacht werden dürfen. Also: Wenn Du für Dich meinen Schuppen verwenden willst, darfst Du gerne den Fahrdraht rauswerfen; solange Du es so bei Dir abspeicherst! Ich verstehe nicht, wo da eigentlich Dein Problem liegt.

LG:Sticky

Offline taler

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Re: Objektbeleuchtung mit Lokscheinwerfer
« Antwort #35 am: Januar 11, 2019, 16:43:15 Nachmittag »
Hallo Stick,

Ich sollte vielleicht auch mal erwähnen, dass meine Strecke, wofür der Schuppen gebaut wurde, Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre (DB) darstellt; also entsprechend Ep. IV. In BWs wurden durchaus kleinere Reparaturen unternommen, u.a. auch der Tausch von Schleifkohlen an den Fahrmotoren.

Die Drahtabspannung und die Hilfsprellböcke sind mittlerweile entfernt. Hauptschalter müsste ich och entwerfen (ohne Erdung entsprechend der Zeit), da ich bisher noch keine gefunden habe. Der Fahrdraht ist jetzt einzeln und an den Rückwänden nur verankert.
die Idee, auf die Erdung zu verzichten ist eine ganz schlechte, glaube es mir. Das hat es meines Wissens auch nie gegeben. https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCnf_Sicherheitsregeln das steht noch fast über Gott. Bei Bahnens, wenn es mit einer Schalttafel gemacht wird, wird über diese Tafel freigeschaltet, geprüft, geerdet und anschließend verschlossen.

Gruss
Uwe

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Re: Objektbeleuchtung mit Lokscheinwerfer
« Antwort #36 am: Januar 11, 2019, 17:20:32 Nachmittag »
Hallo Uwe.

die Idee, auf die Erdung zu verzichten ist eine ganz schlechte, glaube es mir. Das hat es meines Wissens auch nie gegeben. https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCnf_Sicherheitsregeln das steht noch fast über Gott. Bei Bahnens, wenn es mit einer Schalttafel gemacht wird, wird über diese Tafel freigeschaltet, geprüft, geerdet und anschließend verschlossen.

Das mit der Schalttafel kenne ich sogar in der Praxis: Schnellbahnstrecke FFm-Flughafen, Tunnel "Ellisroad". Bahnerdungskurs mit der Berufsfeuerwehr. Die Unterlagen habe ich sogar noch. Aber vergiss bitte nicht die dargestellte Zeit! Wurden da nicht noch normale Erdungsstangen verwendet?

LG: Sticky

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Re: Objektbeleuchtung mit Lokscheinwerfer
« Antwort #37 am: Januar 11, 2019, 17:34:09 Nachmittag »
Hallo Sticky,
die Idee, auf die Erdung zu verzichten ist eine ganz schlechte, glaube es mir. Das hat es meines Wissens auch nie gegeben. https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCnf_Sicherheitsregeln das steht noch fast über Gott. Bei Bahnens, wenn es mit einer Schalttafel gemacht wird, wird über diese Tafel freigeschaltet, geprüft, geerdet und anschließend verschlossen.
Das mit der Schalttafel kenne ich sogar in der Praxis: Schnellbahnstrecke FFm-Flughafen, Tunnel "Ellisroad". Bahnerdungskurs mit der Berufsfeuerwehr. Die Unterlagen habe ich sogar noch. Aber vergiss bitte nicht die dargestellte Zeit! Wurden da nicht noch normale Erdungsstangen verwendet?
nö, das mit den Erdungsstangen könnte eine 'neue' Erfindung sein, die wie immer aus schlimmen Unfällen resultiert. Diese werden nach meiner Kanntnislage zusätzlich eingesetzt. Ich könnte aber meinen Gewährsmann nochmals Fragen. Grundsätzlich gilt: Festeingebaut und ortsfest ist besser als mobil und vergessen.

Gruss
Uwe

Offline Sticky

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Re: Objektbeleuchtung mit Lokscheinwerfer
« Antwort #38 am: Januar 11, 2019, 17:45:41 Nachmittag »
Hallo Uwe.

Na, mit den schlimmen Unfällen brauchst Du mir nichts zu erzählen: Bei diesen Unterlagen sich "schöne" Bildchen mit dabei, wo ich selbst beim Feuerwehreinsatz mit dabei war. Auch hatten wir Anfang der 80er Jahre zwei Kollegen (beide ausgebildete Elektriker!)  bei einem Einsatz im ehem. Güterbahnhof Frankfurt verloren. Auch diese Bilder sind in den Unterlagen.

Tja, dann müsste ich ein paar Vorlagen haben, wie so ein Trennschalter mit autom. Erdung im Konkreten aussieht. Schaltkasten wäre - wie gesagt - kein Problem. Hast Du einen Tip, wo man sich so einen Schalter ansehen kann?

LG: Sticky

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Re: Objektbeleuchtung mit Lokscheinwerfer
« Antwort #39 am: Januar 11, 2019, 18:09:20 Nachmittag »
Hallo Sticky,
Tja, dann müsste ich ein paar Vorlagen haben, wie so ein Trennschalter mit autom. Erdung im Konkreten aussieht. Schaltkasten wäre - wie gesagt - kein Problem. Hast Du einen Tip, wo man sich so einen Schalter ansehen kann?
alles was 15kV schalten kann: Hörner, Messer. Also Freiluftschalter kann man in jedem besseren Bahnhof sich anschauen nur wie das im Schuppen ausschaut, kann ich Dir leider nicht sagen, sorry.

Gruss
Uwe

Offline Sticky

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Re: Objektbeleuchtung mit Lokscheinwerfer
« Antwort #40 am: Januar 11, 2019, 18:36:26 Nachmittag »
Hallo Uwe.

Ja, danke. Die Schalter kenne ich zwar, aber die, die ich kenne, haben keine automatische Erdung. Reine Trennschalter.

LG: Sticky

Offline Nemo

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Re: Objektbeleuchtung mit Lokscheinwerfer
« Antwort #41 am: Januar 11, 2019, 21:50:23 Nachmittag »
Hallo Sticky,

so nähert sich die ganze Geschichte einer Lösung. Ich fange mal von hinten an.

@Gerd: Was die DR mit welcher Begründung bei Euren E-Lokschuppen gemacht hatte, weiß ich nicht.
Die Begründung ist simpel. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden sämtliche Anlagen für den elektrischen Zugbetrieb in der sowjetischen Besatzungszone abgebaut und nebst den Triebfahrzeugen als Reparationsleistungen in Richtung Osten abgefahren. Mitte der fünfziger Jahre wurden die E-Triebfahrzeuge, soweit noch vorhanden, zurückgebracht. Es fing an wie vor dem ersten Weltkrieg, zuerst wurde das ursprüngliche zentrale Netz Halle/Leipzig-Dessau mit zentraler Versorgung durch das BKw Muldenstein wieder aufgebaut und der Betrieb mit den reparierten alten Fahrzeugen wieder aufgenommen. Diese waren im Bw Halle P beheimatet (Schuppen V) und schon damals verzichtete man darauf, im Schuppen eine Oberleitung einzubauen, wozu auch? Eine Funktionsprüfung der Hilfsbetriebe (Ölpumpe, Kompressor, Lüfter, Ladegerät usw.) auf ordnungsgemäßes Arbeiten wurde unter der Fahrleitung vor dem Schuppen durchgeführt und für das Bewegen in den Schuppen gab es eben überall die notwendigen Kleinloks. Das Durchschalten der Schaltwerke erfolgte bei den Altbauloks sowieso per Handrad, nur wenige Loks hatten schon den elektrischen Schaltwerkantrieb aus dem Gleichstombordnetz. Alle für die DR beschafften Neubauloks hatten eine Kabelanschlußdose für die stationäre Schuppenanlage. Damit ließen sich alle Stromkreise mit Ausnahme der Stromabnehmersteuerung im Schuppen prüfen. Der Grund für letzteres ist einfach: Die Aufsteckschlüssel für die Stromabnehmerwahl geistern nicht separat durch die Gegend, es gibt nur einen für jede Lok! Nur mit diesem läßt sich der Zugang zum Hochspannungsbereich in der Lok öffnen und dann dort mit diesem Schlüssel der Umschalter "Strecke/Prüfen" betätigen, der das Arbeiten mit der Schuppenanlage ermöglicht. Das alles zusammen erlaubte maximale Sicherheit bei den Arbeiten im Schuppen ohne aufwändige Erdungsanlagen.

Zitat
Ich sollte vielleicht auch mal erwähnen, dass meine Strecke, wofür der Schuppen gebaut wurde, Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre (DB) darstellt; also entsprechend Ep. IV. Ich weiß nur, dass zu jener Zeit bei der DB so etwas durchaus vorhanden war.
Genau das war mir eben nicht bekannt, ich bin nie dienstlich in das Gebiet der ehemaligen DB gekommen. Und bei den Reisemöglichkeiten ab 1990 gab es für mich in Deutschland wesentlich wichtigere Dinge als alte DB-Anlagen zu entdecken.

Zitat
Ich verstehe nicht, wo da eigentlich Dein Problem liegt.
Ich habe kein Problem, muss aber feststellen, dass die von mir angestoßene Diskussion jetzt an der richtigen Stelle angekommen ist. Uwe hat das Wesentlich dazu schon geschrieben, anscheinend wurden die von ihm verlinkten Bilder nur von mir gründlich angeschaut. Auf diesen beiden sind die entsprechenden Schalteinrichtungen recht gut zu erkennen.

http://www.deutsches-krokodil.de/Galerie-056.htm
http://www.deutsches-krokodil.de/Galerie-057.htm

Mich hat überrascht, dass auch der notwendige Streckentrenner sich hinter dem Tor im Inneren des Schuppens befindet.

Die Frage ist doch wohl, wer von uns beiden nun wirklich ein Problem hat (sieht noch nach 'ner Menge Feinarbeit am Objekt aus).

Gruß
Gerd
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Heinrich Heine

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Re: Objektbeleuchtung mit Lokscheinwerfer
« Antwort #42 am: Januar 12, 2019, 15:43:29 Nachmittag »
Hallo Gerd,
@Gerd: Was die DR mit welcher Begründung bei Euren E-Lokschuppen gemacht hatte, weiß ich nicht.
... Diese waren im Bw Halle P beheimatet (Schuppen V) und schon damals verzichtete man darauf, im Schuppen eine Oberleitung einzubauen, wozu auch? Eine Funktionsprüfung der Hilfsbetriebe (Ölpumpe, Kompressor, Lüfter, Ladegerät usw.) auf ordnungsgemäßes Arbeiten wurde unter der Fahrleitung vor dem Schuppen durchgeführt und für das Bewegen in den Schuppen gab es eben überall die notwendigen Kleinloks. Das Durchschalten der Schaltwerke erfolgte bei den Altbauloks sowieso per Handrad, nur wenige Loks hatten schon den elektrischen Schaltwerkantrieb aus dem Gleichstombordnetz. Alle für die DR beschafften Neubauloks hatten eine Kabelanschlußdose für die stationäre Schuppenanlage. ...
also eine Art von Fremdeinspeisung. Nun, das ist mir bei DB-Loks so nicht bekannt, was dann auch die Ausrüstung der Schuppenstände mit einer Fahrleitung, trotz der Gefahren, erklären könnte.

... Uwe hat das Wesentlich dazu schon geschrieben, anscheinend wurden die von ihm verlinkten Bilder nur von mir gründlich angeschaut. Auf diesen beiden sind die entsprechenden Schalteinrichtungen recht gut zu erkennen.

http://www.deutsches-krokodil.de/Galerie-056.htm
http://www.deutsches-krokodil.de/Galerie-057.htm

Mich hat überrascht, dass auch der notwendige Streckentrenner sich hinter dem Tor im Inneren des Schuppens befindet.
Ich habe die Bilder auch nur auf das Vorhandensein einer Fahrleitung im Schuppenstand geprüft. Ob dort auch entsprechende Schaltanlagen abgebildt waren, war mir nicht wichtig, da diese vorhanden sein müssen und auch nicht Gegenstand der Untersuchung waren.
Den Einbau eines Streckentrenner ist m.E. relativ einfach erklärbar: Auch wenn die Fahrleitung im Schuppenstand eingeschaltet wird/ist, möchte man ein geschlossenes Tor gerne spannungslos haben.

Gruss
Uwe

Offline Nemo

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Re: Objektbeleuchtung mit Lokscheinwerfer
« Antwort #43 am: Januar 12, 2019, 22:25:18 Nachmittag »
Hallo Uwe,

jetzt hast Du den Punkt aufs i gesetzt.

also eine Art von Fremdeinspeisung. Nun, das ist mir bei DB-Loks so nicht bekannt, was dann auch die Ausrüstung der Schuppenstände mit einer Fahrleitung, trotz der Gefahren, erklären könnte.
Nach dem 2. Weltkrieg gab es ja ein Sammelsurium von Eloks, dass sich von der Länderbahnzeit (z.B. E 16) bis in die 30er Jahre (E 19) erstreckte. Allen gemeinsam war, dass die Hilfsbetriebemotoren mit Einphasenstrom 16 2/3 Hz aus einer speziellen Trafoanzapfung gespeist wurden.  So wurden auch die Neubaufahrzeuge E 11/E 42 der DR noch ausgeliefert. Eine Prüfung war deshalb nur unter dem Fahrdraht möglich. Die DR rüstete nun zur Wiederaufnahme des elektrischen Zugbetriebs ihre Elokschuppen mit Trenntransformatoren aus, die eine Spannung von198 V mit 16 2/3 Hz über spezielle Steckdosen an den Arbeitsständen bereitstellten. Mit den Neuentwicklungen ab Mitte der 70er Jahre wurde das total geändert. Statt der aufwändigen Produktion von Spezialmotoren sollten wartungsarme Industriedrehstrommotore zum Einsatz kommen. Deshalb erhielten die folgenden Neubaufahrzeuge (ab BR 250/ET 280) einen Umformer, der eine Spannung von 400 V 3~ für das Bordnetz bereitstellte. Damit gab es in den Schuppen kein Problem, dort gab es ja schon die entsprechende Verkabelung mit 380 V 3~.

Zitat
Den Einbau eines Streckentrenner ist m.E. relativ einfach erklärbar: Auch wenn die Fahrleitung im Schuppenstand eingeschaltet wird/ist, möchte man ein geschlossenes Tor gerne spannungslos haben.
Genau das ist es. Streckentrenner vor dem Tor  = Abstellgleis ohne Arbeitsgrube, Schuppenleitung nur für Ein- und Ausfahrten eingeschaltet. Streckentrenner hinter dem Tor = Arbeitsgleis mit Grube, Schuppenleitung jederzeit bei Bedarf einschaltbar, ansonsten geerdet. Damit hat Sticky nun alle Kriterien für eine vorbildgemäße Innenausstattung beisammen.

Gruß
Gerd
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Re: Objektbeleuchtung mit Lokscheinwerfer
« Antwort #44 am: Januar 12, 2019, 23:01:23 Nachmittag »
Hallo Gerd,
Zitat
Den Einbau eines Streckentrenner ist m.E. relativ einfach erklärbar: Auch wenn die Fahrleitung im Schuppenstand eingeschaltet wird/ist, möchte man ein geschlossenes Tor gerne spannungslos haben.
Genau das ist es. Streckentrenner vor dem Tor  = Abstellgleis ohne Arbeitsgrube, Schuppenleitung nur für Ein- und Ausfahrten eingeschaltet. Streckentrenner hinter dem Tor = Arbeitsgleis mit Grube, Schuppenleitung jederzeit bei Bedarf einschaltbar, ansonsten geerdet.
bitte einen Trenner immer vor dem Tor setzen. Wie gesagt, Hochspannung und Torflügel sind nicht so toll.

Gruss
Uwe